Corona-Kummerkästen

Mitte November hat die Jugendförderung Hessisch Lichtenau an mehreren Schulen im Werra-Meißner-Kreis Corona-Briefkästen aufgehängt. Die Idee? Wir wollten erfragen, wie Kinder und Jugendliche die Pandemie erleben, was sie brauchen und was sie aktuell vermissen. Denn es ist offensichtlich, dass die Stimmen von jungen Menschen in der gegenwärtigen Krise nur selten gehört werden.

Zusammengekommen sind dabei viele Zettel, Statements und Bilder von Schüler*innen von der 1. bis zur 13. Klasse. Die Briefe fangen die Sorgen und Ängste der letzten Monate ebenso ein, wie die Widersprüchlichkeit der aktuellen Zeit. Aber auch der ein oder andere positive Aspekt von Lockdowns und Kontaktbeschränkungen wird darin aufgegriffen.

Einschränkungen, Masken, Leute treffen – die Themen im Kummerkasten

Viele der Kinder und Jugendlichen teilen mit, dass ihnen besonders die plötzlichen Schulschließungen im Frühjahr Angst gemacht haben. In einem Beitrag wird gar festgestellt, dass die Welt vorher „perfekt“ war und sich danach alles verändert hat. Durch die starken Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen vermissen viele Kinder und Jugendliche ihre engen Freundschaften – aber in einigen Beiträgen wird auch erwähnt, dass es irgendwie schön war, so viel Zeit mit der Familie zu verbringen.

Die aktuelle Situation in der Schule im Herbst scheint für viele junge Menschen schwierig zu sein: Viele Regeln, die eingehalten werden müssen. Ständiges Maskentragen. Eingeschränkter Kontakt zu anderen Klassen. Trotz aller Bemühungen ganz anderer Unterricht als früher. Und immer wieder wird angemerkt, wie merkwürdig es anmutet, dass Schulbesuche und Schulbeförderung weiterhin ohne Abstand stattfinden, obwohl in vielen anderen Bereichen des Alltags deutlich strengere Regeln gelten.

Oft wird die Maskenpflicht angesprochen, die an Schulen im Landkreis gilt. Viele Kinder und Jugendliche nerven die Masken sehr – aber sie wissen auch, dass sie mit dem Tragen der Masken und anderen Hygienemaßnahmen einen Beitrag dazu leisten, die Pandemie einzudämmen. Und in vielen Aussagen wird zudem deutlich, dass sich junge Menschen große Sorgen um die Gesundheit ihrer Familien machen.

In der Galerie findet sich eine kleine Auswahl an Beiträgen. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben und uns ihre Gedanken anvertraut haben.

 

Rund um unsere Aktion

Die gesammelten Collagen sollten ursprünglich in Eschwege ausgestellt werden. Aber wie so vieles in diesen Tagen kann die Ausstellung derzeit leider nicht stattfinden. Wir bleiben aber dran und hoffen, dass wir die vielen Beiträge noch in angemessener Weise präsentieren können. Wenn vielleicht nicht aktuell, dann zumindest als spannendes Zeitdokument dafür, wie junge Menschen diese besondere Situation im Jahr 2020 erlebt haben.

Unsere Briefkästen durften wir an folgenden Schulen aufhängen:

  • Anne-Frank-Schule Eschwege
  • Freiherr-vom-Stein-Schule Hessisch Lichtenau
  • Grundschule Hessisch Lichtenau
  • Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf
  • Schule am Fischbach Fürstenhagen
  • Valentin-Traudt-Schule Großalmerode

Wir bedanken uns noch einmal herzlich bei den Schulleitungen, Sekretariaten und Lehrkräften, die unser Projekt tatkräftig unterstützt haben.

Der Corona-Kummerkasten ist ein Projekt im Rahmen von „Und wer fragt uns?!“, einer Aktionswoche zum Tag der Kinderrechte vom 20.-27.11.2020. Die Aktionswoche wurde von der Partnerschaft für Demokratie im Werra-Meißner-Kreis ins Leben gerufen.